Schloss Dachsberg

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Das Geschlecht der Dachsberger kam aus Bayern und 1215 wurde Dachsberg zum ersten Mal urkundlich als „Dachsperch“ erwähnt.Nach dem Tod des letzten Dachsbergers (Georg von Dachsberg) ging das Schloss in den Besitz der Starhemberger, und später an die „Schifer“ über. Rudolf Schifer ließ das Schloss nach einem Brand im Jahre 1672 wieder aufbauen, dass sich seit etwa 1580 an der heutigen Stelle befindet. Vorher dürfte es etwas östlicher gestanden sein. Eine Erklärung für die Verlegung des Standortes könnte geologischer Natur gewesen sein (Rutschgrund). In der Volkssage „Das versunkene Schloss“, wird dies anders interpretiert (mit einem Augenzwinkern). 1920 übernahm die Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales das Schloss. Die Oblaten errichteten ein Untergymnasium und seit 1981 wird Dachsberg als Vollgymnasium geführt. Die Schule hat sich stetig weiterentwickelt und im Jahr 2024 besuchten rund 900 SchülerInnen das Gymnasium. 


Die Sage "Das versunkene Schloss"

Im späten Mittelalter erwarteten viele Menschen den baldigen Weltuntergang. Dies war gar nicht verwunderlich. Allenthalben herrschten Hungersnot und Kriegsgräuel, Hass und Habgier, ansteckende Krankheiten und namenloses Elend. Erdbeben und Pestseuchen machten das Leben gefahrenreich. Bußprediger durchzogen das Land, Einsiedler erhoben ihre warnende Stimme. Aber die meisten Leute höhnten darüber und frönten der Ausgelassenheit.

Auch in Dachsberg war der Leichtsinn König. Man taumelte in den Sumpf böser Leidenschaften, um die Stimme des Gewissens zu ersticken. Wieder war die Zeit eines Festgelages gekommen. Wild wurde getanzt und getrunken bis in die Morgenstunden. Da brausten unheimliche Gewitterstürme daher, ein Wolkenbruch schien die Untiefen der Erde zu öffnen. Auf dem Rutschgelände zu Dachsberg gerieten riesige Erdmassen in donnernde Bewegung. Die alte Burg mit ihren Türmen und Toren, mit ihren Kammern und Kellern stürzte in sich zusammen und begrub die grölenden Zecher in der tödlichen tiefe. Als es am nächsten Tag wieder ruhiger wurde, kamen die armen Leute der Umgebung und betrachteten die Stätte der Verwüstung als ein Zeichen der Strafe für Gottesfrevel, der hier verübt worden war.

Am Fuß des Dachsberger Hügels hatte sich ein kleiner See gebildet, aus dem heute die Heilquelle sprudelt. Auch das Schloss wurde etwas weiter oben wieder aufgebaut. An der Unglücksstätte der alten Burg wurde ein Waldheiligtum errichtet, zu dem Trostsuchende gerne pilgern. Vor Jahren fand man beim Graben in diesem Wald alte Mauerreste, die vom versunkenen Schloss von Dachsberg Zeugnis geben.

(Quelle: Buch „100 Jahre Gymnasium Dachsberg“)



Weitere Informationen unter:
https://www.gymdb.at/hp/